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01.07.2008

Werner Göhner nach langer Krankheit gestorben


Werner Göhner ist am heutigen Dienstag nach langjähriger Krankheit im Alter von 79 Jahren verstorben. „Mit Werner Göhner verliert der Olympiapark seinen wichtigsten Macher. Er war 23 Jahre das Gesicht des Olympiaparks. Oder wie es der Münchner Merkur einmal formulierte ‚Mister Olympiapark’. Er machte die olympischen Anlagen zu den bestausgelasteten Olympischen Sportstätten weltweit und führte sie an die Spitze der internationalen Veranstaltungsplätze“, so der heutige Olympiapark-Chef Wilfrid Spronk und weiter: „Mit Werner Göhner verliere nicht nur ich persönlich, sondern das gesamte Olympiapark-Team einen Freund und großen Förderer.“

Noch vor den Olympischen Sommerspielen hatte Werner Göhner im Jahr 1970 - damals war er kaufmännischer Geschäftsführer der Olympia-Baugesellschaft - die Geschäftsführung der Olympiapark München GmbH übernommen, deren Geschicke er bis 1993 lenkte. Bis zum Schluss gehörte er als stellvertretender Vorsitzender dem Aufsichtsrat der Gesellschaft an.

Sport und Olympia waren die großen Lebensthemen des Rechtsanwaltes aus Obergiesing. Er arbeitete außer bei den Olympischen Spielen 1972 während seines beruflichen Wirkens an schier unzähligen internationalen und nationalen Spitzenveranstaltungen mit. Auch seine Karriere als Sportfunktionär ist einzigartig: Zunächst als Vizepräsident später als Präsident lenkte er den Bund Deutscher Radfahrer. Im internationalen Radsport bekleidete er unter anderem das Amt des Vizepräsidenten der UCI. Über den Radsport hinaus hatte er verantwortungsvolle Ämter innerhalb des deutschen Sports, so als Vorstandsmitglied des Bundesausschusses Leistungssport des DSB und als Schatzmeister des NOK. Nicht zuletzt engagierte sich Göhner in den Siebzigern als ehrenamtlicher Stadtrat in München.

„Den Olympiapark wie wir ihn heute kennen und lieben, hätte es ohne Werner Göhner nicht gegeben“, so Spronk.

Nachfolgend finden Sie einen Bericht über Werner Göhner, der im Jahr 2004 von Friedrich Mevert verfasst und vom DSB veröffentlicht wurde.

 

 

Sportpersönlichkeiten der Nachkriegszeit (91)

 

Werner Göhner – „Mister Olympiapark“ in München<//u>

 

Eine Serie von Friedrich Mevert<//u>

 

Als er am 31. Oktober 1993 mit 65 Jahren nach 27 „olympischen“ Jahren aus den Diensten der Landeshauptstadt München in den Ruhestand verabschiedet wurde, da befand der damalige Oberbürgermeister Georg Kronawitter, dass mit Werner Göhners Ausscheiden ein Stück Münchner Sportgeschichte zu Ende gehe, und der „Münchner Merkur“ verlieh ihm die Ehrenbezeichnung „Mister Olympiapark“. Diese Auszeichnung galt mit Werner Göhner dem Mann, der an der Seite von Willi Daume nicht nur ein wichtiger Mitorganisator der Olympischen Spiele von 1972 war, sondern vor allem nach den Spielen den Olympiapark der bayerischen Landeshauptstadt zu einer Touristenattraktion und zu einem weltberühmten Sportzentrum machte.

Werner Göhner ist ein echtes Münchner Kind. Er wurde am 3. Oktober 1928 in Obergiesing geboren und ist in unmittelbarer Nähe zum „Sechziger“-Stadion aufgewachsen. So kam er schon früh mit dem Sport in Berührung, spielte Fußball und Basketball beim TSV 1860, war Kapitän der Handballmannschaft der Maria Theresia Oberrealschule, in der er 1948 das Abitur machte, und fuhr als Hobby auch gern Rad. Nach der Reifeprüfung studierte er ab 1949 Rechtswissenschaften an der Universität München und begann – nach beiden Staatsprüfungen – 1958 seine berufliche Laufbahn als Hilfsreferent bei der Bayerischen Versicherungskammer in München. Während seines Studiums arbeitete er als Sportjournalist und gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Münchner Sportpresseclubs. 1951 hatte Werner Göhner seine Frau Annemarie, geb. Müller, geheiratet. Das Ehepaar bekam drei Kinder (zwei Söhne, eine Tochter) und freut sich heute über zwei Enkelkinder.

In seiner beruflichen Laufbahn wechselte Werner Göhner 1962 zur Landeshauptstadt München, war Leiter verschiedener Rechtsabteilungen und in dem für seine Zukunft entscheidenden Jahr 1966 stellvertretender Leiter des Investitions-, Planungs- und Olympiaamtes. Er war in dieser Funktion an der Vorbereitung der erfolgreichen Olympiabewerbung beteiligt, wurde 1967 zum kaufmännischen Geschäftsführer der Olympia-Baugesellschaft berufen und übernahm 1970 die Geschäftsführer-Funktion bei der Münchner Olympiapark GmbH. Dies war das Amt, das er dann 23 Jahre bis zu seiner Pensionierung mit großem Erfolg ausübte.

Seine Karriere als Sportfunktionär begann Werner Gönner 1967 mit der Wahl zum Vorsitzenden des Tennisclubs Blutenburg, wo er auch aktiv in der Wettkampfmannschaft spielte. Er war von 1973 bis 1981 1. Vizepräsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) und hatte in dieser Amtszeit wesentliche Verantwortung für die Organisation verschiedener Weltmeisterschaften. 1979 bereits in das Direktionskomitee des Weltradsportverbandes UCI gewählt, löste er 1981 Hans-Joachim Hangstein als BDR-Präsident ab. Dieses Amt nahm er bis 1997 wahr. In seine Amtszeit als BDR-Präsident fiel auch die reibungslos abgewickelte Vereinigung der beiden deutschen Radsportverbände. Im internationalen Radsport wurde Werner Göhner u. a. 1981 Vizepräsident der UCI, 1986 Vizepräsident der Medizinischen Kommission der UCI, 1990 Präsident des
neu gegründeten Europäischen Radsportverbandes UEC und war von 1991 - 1994 Präsident des Internationalen Profi-Radsport-Verbandes FICP.

Über den Radsport hinaus übernahm Werner Göhner aber auch verantwortungsvolle Funktionen innerhalb des deutschen Sports, so als Vorsitzender der Ständigen Konferenz der Spitzenverbände (1982 bis 1986), als Vorstandsmitglied im Bundesausschuss Leistungssport des DSB und als Schatzmeister des NOK ab 1985. Aus gesundheitlichen Gründen – Werner Göhner hatte zwei Schlaganfälle und einen Herzinfarkt erlitten – musste er im November 1998 seine olympischen Ämter aufgeben. Nicht vergessen werden soll, dass Werner Göhner sich auch kommunalpolitisch engagierte, so als ehrenamtlicher Stadtrat in München von 1972 bis 1978, zuletzt als stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion. Als Höhepunkte in seinem beruflichen Wirken bezeichnete er – nach den Olympischen Spielen 1972 – die Fußball-WM 1974 mit dem Finale im Olympiastadion, das Rolling Stones-Konzert 1982 und den Papstbesuch 1987 im Münchner Olympiapark. In seine Amtszeit fiel die Ausrichtung von 21 Welt-, elf Europameisterschaften sowie 62 Deutschen Meisterschaften im Münchner Olympiapark.

Der Urbayer Werner Göhner wurde mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, dem Bayerischen Verdienstorden und 1995 mit dem Olympischen Orden für seine Verdienste ausgezeichnet. Der praktizierende Rechtsanwalt war auch noch bei vielen großen Radsportveranstaltungen dabei und sprach nach seiner beruflichen Zeit viele Jahre als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates bei der Olympiapark München GmbH weiterhin ein Wort mit.

 

 

 

http://www.olympiapark-muenchen.de/