Seit über fünf Jahrzehnten steht der Olympiapark für große Emotionen und unvergessliche Momente. Er ist Sehnsuchtsort für Sport- und Musik-Fans. Er begeistert Gäste aus aller Welt als touristische Destination und ist für die Münchner Bevölkerung ein wunderbarer Begegnungs- und Erholungspark. Im Jahr 2025 war er all dies für 4,6 Millionen Besucher:innen. Darauf können wir stolz sein. Auch wenn weder die Besucherzahl noch das wirtschaftliche Ergebnis an die des Vorjahres heranreichen. Aber 2024 war ein außergewöhnlich starkes Jahr mit Highlights wie der 31-tägigen Fan Zone zur EURO 2024 und der Handball-Europameisterschaft. Im Olympiastadion fanden zudem zehn Open-Airs statt.
Eine besondere Bedeutung bekommt das Jahr 2025 darüber hinaus, wenn man berücksichtigt, dass der Olympiaturm ganzjährig und das Olympiastadion ab September wegen Sanierungsarbeiten geschlossen waren. Trotz der Baustellen und Einschränkungen ist es gelungen, mit neuen Attraktionen und Events ein Ergebnis zu erzielen, das auf dem Niveau der Vor-Corona-Jahre liegt, sowie ein positives Jahresergebnis in Höhe von 1,9 Mio.€.
Insgesamt zählte der Olympiapark im vergangenen Jahr 3,4 Mio. Besucher:innen (Vorjahr: 4,3 Mio.) bei 372 Events an 732 Veranstaltungstagen. Über 1,2 Mio. (Vorjahr: 1,4 Mio.) Menschen nutzten die Freizeit- und Tourismuseinrichtungen. Berücksichtigt sind hier alle Betriebe im Olympiapark auch der SAP Garden. Sowie die Allianz Arena, die bis einschließlich 2027 während der Stadionsanierung als Ausweichspielstätte für Open-Airs dient. Beide Veranstaltungslocations sind für die Olympiapark München GmbH (OMG) von wirtschaftlicher Bedeutung. Nicht mitgezählt sind die Abertausenden Münchner:innen und Tourist:innen, die ohne erfasst zu werden, im letzten Jahr in ihrer Freizeit den Park besuchten.
Im Geschäftsbereich Veranstaltungen hieß es 2025 Abschied nehmen von Münchens beliebtester Open-Air-Location – zumindest für eine Zeit. Das Olympiastadion, das bisher im laufenden Betrieb saniert wurde, schloss Anfang September seine Tore. Marktbedingt fanden im Stadion deutlich weniger Events als in den beiden Vorjahren statt. Lediglich das Konzert von Robbie Williams und das Superbloom Festival konnten hier ein letztes Mal die Fans begeistern. Dafür feierte die Allianz Arena mit dem Konzert von Guns N’ Roses Premiere. Die Zusammenarbeit mit der Allianz Arena GmbH gestaltete sich dabei sehr erfolgreich, wobei die OMG auch bei den Konzerten der nächsten zwei Jahre Vertragspartner der Veranstalter ist.
Wie schon 2024 war die Olympiahalle hervorragend gebucht. Vor allem Konzerte, aber auch Shows und andere Veranstaltungsformate lockten über 1,1 Mio. Besucher:innen in Münchens größte Halle. Besonders erfreulich: Mit der BMW AG fand nach langer Pause wieder eine Hauptversammlung statt.
Und auch die Events in den Außenanlagen erzielten mit weit über einer Million Gäste ein sehr gutes Ergebnis. Hierzu trugen die Eigenveranstaltungen der OMG wie das Osterfest, der Sommernachtstraum, das Actionsport-Festival MASH und das Sommerfestival maßgeblich bei. Neu im Veranstaltungskalender war das LoopOne Festival, das bei seiner Premiere Zehntausende Biathlon-Fans begeisterte und perfekt in den Olympiapark passt.
Was den Geschäftsbereich Freizeit- und Tourismuseinrichtungen im Berichtsjahr betrifft, so fällt die Bilanz sanierungsbedingt nicht so gut aus wie im Vorjahr. Die Schließung des Olympiaturms und des -stadions machten sich deutlich bemerkbar. Die beliebten Zeltdach-Touren und die Stadionbesichtigung sind ab September komplett entfallen. Umso wichtiger war es, Anfang Dezember mit der ersten Halle des Munich Action Parks (MAP), den Münchner:innen ein neues und attraktives Freizeitsport-Angebot machen zu können. Ende 2026 wird dann mit der Eröffnung der zweiten Halle des MAP die Transformation des ehemaligen Olympia-Eissportzentrums zu einem der größten Actionsport-Indoor-Zentren Europas abgeschlossen sein. Das touristische Programm wurde seit August mit dem Skylift erweitert. Während der Sanierung des Olympiaturms bringt er als temporärer, alternativer Aussichtspunkt Gäste auf über 70 Meter Höhe. Von hier hat man einen wunderbaren Panoramablick auf den Park und München.
Damit der Olympiapark erfolgreich ist, braucht es vor allem ein starkes Team. Und das hat die OMG. Die Veranstaltungsdichte und die vielfältigen Herausforderungen wurden souverän und hervorragend bewältigt. Die Park-Crew zeigte jederzeit Einsatzbereitschaft, Flexibilität, Know-how und eine hohe Motivation. Damit dies so bleibt und um auch künftig qualifizierte Mitarbeiter:innen für den Park gewinnen zu können, wurde das Arbeitgeber-Branding weiter gestärkt. Mit Erfolg: Die ergriffenen Maßnahmen führten zur Auszeichnung als „Top Company 2026“ durch die Arbeitgeber-Vergleichsplattform kununu.
Mein Resümee: Es ist uns gelungen, trotz vieler Herausforderungen den Olympiapark mit Leben zu füllen. Wir konnten ein Ergebnis erzielen, dass sich in Anbetracht der Lage absolut sehen lassen kann. Aber es liegen noch einige schwierige Jahre vor uns. Zusätzlich zu Turm und Stadion beginnt 2026 die Sanierung des Zeltdaches. Dieser hatte der Stadtrat dankenswerter Weise im Oktober 2025 zugestimmt und damit den letzten wichtigen Schritt zur Sanierung des Olympiaparks getan. Aber bei der Vermarktung und dem Betrieb stellen die Baumaßnahmen weiterhin große Einschränkungen dar, was auch an den Umsatzerlösen zu spüren sein wird. Dazu kommen Risiken wie die prekäre Situation des städtischen Haushalts, die Investitionen erschwert. Auch die weiterhin unsichere weltwirtschaftliche und geopolitische Lage beeinträchtigt unternehmerische Tätigkeiten, gerade auch für den Veranstaltungs-, Tourismus- und Freizeitsektor in puncto Sicherheit und Kostensteigerungen, hier besonders im Energiebereich.
Umso wichtiger ist es, positiv in die kommende Zeit zu sehen, vorausschauend zu agieren und die Perspektive nicht aus den Augen zu verlieren: Nämlich auf den Zeitpunkt, wenn wir den Park wieder umfänglich nutzen und als erstklassige internationale Sport- und Veranstaltungslocation weiter in eine erfolgreiche Zukunft führen werden. Und es könnte Großes kommen: Am 26. September 2026 wird die Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) entscheiden, mit welcher deutschen Stadt um die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036/2040/2044 angetreten wird. Die Chancen erhöhen könnte hier die Bewerbung um die Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2029/2031, die vom Stadtrat im März 2026 genehmigt wurde. Die OMG hat im April die Bewerbungsunterlagen eingereicht. Anfang September wird World Athletics, der internationale Sportverband für Leichtathletik, entscheiden, welche Städte den Zuschlag für die Jahre 2029 und 2031 bekommen.
Bis dahin vergeht noch Zeit, in der wir mit hoher Motivation unsere Vision des Parks verwirklichen wollen: als ein lebendiges Symbol für Sport und Kultur, für Nachhaltigkeit und Gemeinschaft. Als ein inspirierender Ort für alle Generationen, der geprägt ist von Innovation und menschlicher Verbundenheit.
Marion Schöne
Geschäftsführerin der Olympiapark München GmbH