Gefällig wollten sie nie sein. Wo sich Britannien nach dem Ende des Thatcherismus gerade beglückt an beschwingtem Britpop und der gesellschaftlichen Aufbruchstimmung mit New Labour berauschte, dort setzte Placebo gleich einmal einen schwermütig düsteren Kontrapunkt. Mit ihrem im Juni 1996 veröffentlichten Debütalbum, in einer Zeit, in der England bei der Fußball-EM im Land ein eigenes Sommermärchen feierte, sang Frontmann Brian Molko von Angst und Entfremdung, von Drogensucht und dem komplizierten Umgang mit der eigenen Sexualität. Schwere Kost. Noch heute gilt ihr Erstlingswerk „Placebo“ als eines der besten Alternativ-Rock-Alben des 20. Jahrhunderts, ebenso wie „Without You I’m Nothing“, das im Herbst 1998 erschienene Folgealbum, auf dem sich große Songs fanden wie „Pure Morning“, „You Don’t Care About Us“ und „Every You, Every Me“.
Zum 30-jährigen Jubiläum ihres Debüts veröffentlichen Brian Molko und Stefan Olsdal mit „Re:Created“ einen neu arrangierten Director’s Cut ihres ersten Longplayers. Zur Freude ihrer Fans gehen Placebo im Herbst nun auch auf Deutschland-Tour – und spielen in der Olympiahalle auch Songs ihrer ersten beiden Alben, die seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht mehr live zu hören waren.