Unumstritten war Sido nie. Das begann schon mit seinem Debütalbum „Maske“, das 2004 zum meistverkauften Hip Hop-Album in Deutschland aufstieg – und von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdete Medien schließlich auf den Index kam. Auslöser war der Song „Endlich Wochenende“, in dem – so die Argumentation – Drogenkonsum verharmlost werde. Dem Erfolg Sidos, der zu Beginn seiner Karriere gerne mit einer Totenkopf-Maske auftrat, tat das keinen Abbruch.
Mit „Ich und meine Maske“ erreichte er 2008 erstmals die Spitze der deutschen Album-Charts. So wie 2013 mit „30-11-80“ – einer Anspielung auf sein Geburtsdatum – und mit seinen bislang letzten Longplayern „Ich und keine Maske“ (2019) und „Paul“ (2022). Nach vierjähriger Pause beginnt mit der Veröffentlichung von „Frieden“ nun ein neues Kapitel in Sidos Schaffensphase. Die erste Single-Auskopplung „Issa“ lieferte als Blick auf seine Karriere, sein Leben und seine Heimat Berlin bereits einen ersten Vorgeschmack. Im Video dazu trägt Paul Würdig – so sein bürgerlicher Name – übrigens wieder eine Maske. Allerdings eine transparente. Verstecken muss er sich inzwischen nicht mehr. Seine Frieden-Tour im Herbst 2027 führt ihn auch in die Olympiahalle.
Fotocredits: Yared Assefa, laurentbiel