Sa 11.07.2020

Zum Ende eine Eroffnung

Opening Ceremony von Toshiki Okada mit dem Ensemble der Münchner Kammerspiele

Zum Ende eine Eröffnung: Toshiki Okada, einer der prägenden Kammerspiele-Regisseur*innen der letzten fünf Jahre, reist noch einmal aus Kumamoto in Japan nach München, um in nur fünf Tagen mit dem Ensemble eine kleine Geste des Abschieds zu inszenieren.

Schauplatz: das Münchner Olympiastadion, eine der spektakulärsten Bühnen der Stadt. Als architektonisches Meisterwerk zeugt das Stadion von der Vision einer demokratischen und offenen Gesellschaft Anfang der 1970er Jahre. Doch heute ist das Stadion nicht nur von den großen Fußballclubs verlassen, sondern im Zuge von Corona auch von Großveranstaltungen aller Art. Im für heutige Verhältnisse bescheidenen VIP-Bereich des Stadions hätte auch Toshiki Okadas Beitrag für die zum Abschluss der Intendanz von Matthias Lilienthal geplante 24-Stunden-Marathon-Veranstaltung „Olympia 2666“ stattfinden sollen. Er hatte ihn bereits fertig inszeniert, aber das Projekt mit Regisseur*innen aus Chile, Mexiko, den USA und vielen weiteren Ländern musste ersatzlos abgesagt werden. Aber anstatt einem nicht stattgefunden Ende Tränen nachzuweinen oder sich der vergeblichen Hoffnung hinzugeben, eine vergangene Zeit wiederherstellen zu können, wie es sich das Organisationskomitee der um ein Jahr verschobenen Olympischen Spiele 2020 in Tokio erhofft, versuchen sich Toshiki Okada und das Ensemble an einem Neuanfang. Wenn es kein Ende geben kann, was wird hier eröffnet? Fotocredit: Tobias Zielony
Jul
11
16:00 Uhr

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